Dieseltankdichtung nach 2 Jahren porös

Dieseltankdichtung nach 2 Jahren porös

Letzte Woche habe ich den Kraftstofftank komplett mit Diesel gefüllt, damit sich über Winter kein Kondenswasser im Tank bildet. Nach einer halben Stunde stellte ich fest, dass durch die Dichtung des Revisionsdeckels Dieselkraftstoff austrat. Nach näherer Inspektion wurde mir das ganze Ausmaß bewusst. Die Dichtung schien sich schlagartig zu zersetzen. Viele kleine Brösel lagen um den Revisionsdeckel herum. Beim Anfassen der Dichtung zerfiel diese sofort in unzählige Einzelteile. Ganz schön ärgerlich, da der komplette Tank erst vor 2 Jahren hergestellt und eingebaut wurde.

Siehe Bericht: Meine Serie: „Refit-Telegramme 2016“
Teil 26: Unverhofft kommt oft – neuer Dieseltank.

Da hat doch jemand einen gravierenden Fehler begangen. Die Dichtung war definitiv nicht resistent gegen Dieselkraftstoff etc.

Natürlich habe ich beim Jachthaven (NL), der die Arbeit seinerzeit ausführte, reklamiert. Mir wurde umgehend Hilfe angeboten. Ich sollte nur vorbeikommen, dann würde man sich der Angelegenheit annehmen. Gut gesagt! 528 km Autofahrt mit dem Boot im Schlepptau – das stand in keinem Verhältnis mit der Arbeit zur Schadensbeseitigung.

Also:

Dieseltank leerpumpen.  Alle Anschlüsse am Tank demontieren.
Tank ausbauen. Tank reinigen.

Der Jachthaven schickt mir eine neue Dichtung zu. Dann „nur“ noch 19 passgenaue Löcher in die Dichtung bohren. Tank einbauen. Alle Anschlüsse montieren. Tank volltanken. Motor entlüften. Kurzer Probelauf. Fertig!

Ich hätte auch all diese Arbeit bis im Frühjahr 2019 aufschieben und durch den Jachthaven erledigen lassen können (auf Gewährleistung natürlich).  Aber ich will die neue Saison, unmittelbar nach dem Kranen, nicht unbedingt mit einer Reparatur beginnen.

Gemäß meiner Planung werde ich den Tank übernächste Woche einbauen.

Bis bald. Bleibt mir gewogen.

Skipper Aloys                                                            20.09.2018

Decksdurchführung – Schwanenhals

Meine Serie:  „Refit-Telegramme 2018“

Teil 34: Decksdurchführung – Schwanenhals

Die Contest 25 hatte bei der Übernahme an Deck 3 Steckdosen (Anker-, Dampfer- und Deckslicht) sowie einen Durchbruch für den Windgeber.
Aus der Erfahrung heraus weiß ich, dass diese Gummidichtungen mit den Jahren porig und durchlässig werden ggf. härten sie aus. Hinzu käme noch das Koaxialkabel der UKW-Antenne, die ich am Masttop montieren möchte. Dann wären es 5 Durchbrüche. Nein danke!

Ich neige für diese Anwendungen eher zum Schwanenhals. Aber bei einem kleinen Boot ist das ein Platzproblem. Den richtigen und störungsfreien Platz an Deck zu finden war gar nicht mal so einfach. Die Vorschoten dürfen nicht behindert werden. Die Elektroleitungen wollte ich nicht zu weit weg vom Mastauslass haben, damit auch diese nicht stören können. War die vermeintliche Stelle an Deck ausgelotet, passte es unter Deck nicht. Mal war eine Deckenleuchte, mal das Schott im Weg. Letztendlich war es Millimeterarbeit. Der Durchbruch musste in jedem Fall von Deck aus erfolgen. Hoffentlich wird die Lochsäge an der richtigen Stelle unter Deck austreten. Den Montagepunkt an Deck eines Bootes exakt auf die Decke im Bootsinnern zu übertragen ist doch schon ganz schön heftig. Wie oft ich gemessen habe, kann ich nicht genau sagen. Aber sicherlich habe ich mehr als 5 Kontrollmessungen durchgeführt.

Dann kam der Moment.  Mit einer etwas erhöhten Herzfrequenz habe ich die Lochsäge angesetzt. Die ersten Umdrehungen waren erfolgt. Jetzt gab es kein Zurück mehr, da muss ich jetzt durch (im wahrsten Sinne). Fertig!

Mein Erstes war,  unter Deck zu gehen. Wo kam die Säge raus? Ein Blick und ein kurzer Erfolgsruf: „ Yeah!“ Millimeter-Arbeit! Das war’s! Der Rest ist Routine!

Dann habe ich mir noch aus einem Mahagoni-Block, ein Mitbringsel von der Boot Düsseldorf, einen schönen Sockel geschnitten und mit Owatrol Decks Öl D1und D2 behandelt; den Sockel dann mit Sika aufgeklebt und den Schwanenhals abgedichtet und verschraubt. Fertig!

Nach 2 Saisons kann ich guten Gewissens diese Maßnahme als erfolgreich bezeichnen. Der Durchbruch ist dicht! Der Schwanenhals stört in keinster Weise!

Die alten Steckdosen werde ich gelegentlich, wenn ich viel, viel Zeit habe, fachgerecht entfernen. Zuvor gibt es aber wichtigere Dinge zu erledigen.

Diese Maßnahme hatte zur Folge, dass auch die Elektroleitungen im Mast gegen neue ersetzt werden mussten.

Schon bald weitere interessante Beiträge über die Refit-Arbeiten.

Hier eine kleine Vorschau:
„Neue UKW-Antenne auf Masttop“ (incl. neue Elektroleitungen).
„Fallen ins Cockpit verlegt“. „Neue Schotwinden montiert“ .

Bis bald. Bleibt mir gewogen.

Skipper Aloys                                                                      09.09.2018